Lebt der Alte Tod noch?

Neues von Kumpfmüller…………und der Gesangskapelle Hermänner gemeinsam im GUGG am 18.2.2020

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              
Gern ins Auge gefasst werden sie nicht, die letzten Dinge. Und noch weniger ihr Repräsentant: der alte Tod. Oft totgesagt, ist er nicht umzubringen. Nie wirklich gesehen, wirkt er unverwüstlich. Er ist unbeliebt, ja. Wohl zu Unrecht, denn er hat alle guten Eigenschaften der Erfolgreichen, die wir sonst so bewundern. Seine Abschlussqualität ist beispielhaft, liegt sie doch bei verlässlichen hundert Prozent. Er hat eine Lösung für jedes Problem; selbst Technokraten, Investoren und unersetzbare Führungsgrößen überzeugt er letztlich. Er agiert hintergründig, aber nachdrücklich. Uneitel zeigt er achtbare Konsequenz und ein unglaubliches Gespür für Gerechtigkeit. Mächtige bis hin zu Diktatoren glauben, ohne ihn auszukommen. Er trägt es mit Gelassenheit. Direkten Begegnungen geht er aus dem Weg. Auf unauslotbare Weise liebt er die Menschen in den Zeichen, die sie ihm setzen. Sich auf seine Spuren zu begeben, hat kein Ende und wirkt paradoxerweise belebend.

Diese Spurensuche nach den letzten Dingen der Menschen und dem alten Tod betreibt Hans Kumpfmüller in seinem neuesten Buch mit der ihm eigenen Leidenschaft, und die führt ihn oft – wider Erwarten – auch zu Szenen von unwiderstehlicher Komik.

Gemessene Heiterkeit, eine Weite der Perspektive, eine Fülle der Zeichen kommen ins Text-Bild-Geflecht des Buches, das ein Spiel mit Geschichten und Fotografien, mit Wort und Symbol, mit Licht und Schatten, mit ewigem Leben und erleichternder Endlichkeit entfaltet.

Die Gesangskapelle Hermann, nach wie vor auf dem Weg ins Leben, umfasst die Präsentation dieses Werkes mit alten und jungen Totenliedern, deren verbindendes und kraftvolles Element ihre klangliche Vitalität ist.  

Die Buchpräsentation findet am 15. November im KiK in Ried statt. Mit einer Lesung kommt Krumpfmüller am 18. Jänner ins Gugg nach Braunau.

Hans Kumpfmüller schreibt über den Tod.

Lebt der alte Tod noch?

  

 

 

 

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